Über mich
Ich bin der Coach,
den ich damals
gebraucht hätte.
Dein Problem ist nicht dein Wille
Du steckst die Arbeit rein, Woche für Woche, und trotzdem hast du das Gefühl, dass dein Potenzial irgendwo auf der Strecke liegen bleibt. Du trainierst hart, wahrscheinlich härter als die meisten, und genau deshalb sitzt die Unsicherheit so tief: wenn der Einsatz stimmt und es trotzdem nicht aufgeht, woran liegt es dann? Ich sage dir, woran es bei mir lag, weil es bei dir mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe ist. Mir hat ein System gefehlt und jemand, der es kennt.
Auf dieser Seite steht, wie ich zu diesem System gekommen bin. Als das, was du wissen solltest, bevor du jemandem deine Saison anvertraust: welche Rennen ich selbst gelaufen bin und wie sie ausgegangen sind, was mein Psychologie-Hintergrund im Coaching konkret ändert und wie ich arbeite, wenn wir zusammenarbeiten.
Vom Powerlifting ins Laufen, und sofort zu weit
Ende 2023 habe ich das Powerlifting hinter mir gelassen. Ich brauchte aber was neues. Ausdauersport habe ich vorher nur am Rande gemacht und dachte mir: wieso nicht was machen, in dem du extrem schlecht bist, um da neue Grenzen kennenzulernen? Es eskalierte schnell: Halbmarathon, dann Marathon, im Frühjahr 2024 der Hamburg Marathon unter vier Stunden, und noch im selben Jahr der erste Ultra. Immer das Nächste, immer mehr aus mir rausholen wollen. Dieses „ich will sehen, wie weit ich komme" höre ich von vielen meiner Athleten.
Was ich in dieser Phase nicht hatte, war irgendeine Vorstellung davon, wie eine Vorbereitung optimal aufgebaut wird. Ich bin viel gelaufen, ich bin diszipliniert gelaufen. Das reicht für einen Marathon erstaunlich weit. Für einen Ultra reicht es nicht.
Drei Rennen, drei Lücken im System
O-See Ultra Trail, 65 Kilometer, Oktober 2024. Mein erster Ultra. Ziel waren sieben Stunden. Ich bin viel zu schnell losgelaufen, hatte keine Fueling-Strategie, habe unterwegs einfach irgendwie gegessen, und nach Kilometer 40 ist alles zerfallen. Am Ende standen 9:18:55, und die letzten Stunden habe ich mich nur noch ins Ziel gequält. Die Beine waren dabei gar nicht das Problem, mein Training vorher war okay. Was mir am Ende das Genick gebrochen hat war, dass ich weder für Fueling noch für Pacing einen Plan hatte.
Innsbruck Alpine Trailrun Festival, 110 Kilometer, Mai 2025. Der dunkelste Punkt. Bei Kilometer 85 habe ich mir gewünscht, dass das Gewitter am Horizont so stark wird, dass das Rennen abgebrochen wird. Damit ich aufhören darf, ohne selbst aufzugeben. Ich bin durchgekommen, in 21:55:40, aber die Stunde davor hat mir gezeigt, dass ich für den Moment, in dem alles in mir aussteigen will, keinerlei Werkzeug hatte.
Südthüringentrail, September 2025. Mein Zielrennen der Saison, 65 Kilometer, und ich stand schon leer am Start. In den Wochen davor hatte ich alles reingeworfen, was ging: mehr Kilometer, mehr lange Läufe, mehr Höhenmeter, nach der Logik, dass viel gut und mehr besser ist. Die 65er-Strecke führt nach 47 Kilometern am Ziel der kürzeren Distanz vorbei und hängt dann noch eine Schleife über 18 Kilometer dran. Ich bin da stehen geblieben und habe aufgehört. Deshalb steht in der Ergebnisliste ein 47er. Das war die teuerste Lektion von allen, weil sie der Intuition am stärksten widerspricht: Mehr Training ist nicht mehr Fortschritt. Ohne richtige Struktur, helfen auch 100km-Wochen nicht.
Drei Rennen, drei verschiedene Lücken: Fueling und Pacing, der Kopf, die Belastungssteuerung. Jedes Mal war die Fitness da. Was gerissen ist, war etwas, das ich nie aufgebaut hatte.
Meine Rennen
Ich finde, wer über Rennen redet, sollte zeigen, welche er gelaufen ist. Alle Ergebnisse unten stehen in der Statistik der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung und bei der ITRA, wo mein Performance Index aktuell bei 482 liegt (ich habe selbst noch viel Luft nach oben).
| Datum | Rennen | Distanz | Zeit | Platzierung |
|---|---|---|---|---|
| 26.06.2026 | Losheimer Trailfest, T50 | 33 km (hitzebedingt gekürzt) | 4:20:18 h | 42. von allen Finishern |
| 10.05.2026 | Kutt nom DOM, Marialinden | 50 km | 6:06:16 h | 21. gesamt, 1. in der Altersklasse M20 |
| 13.09.2025 | Südthüringentrail | 47 km (Ausstieg aus dem 65-km-Rennen) | 7:10:38 h | 78. gesamt |
| 03.05.2025 | Innsbruck Alpine Trailrun Festival, K110 | 110 km | 21:55:40 h | 157. gesamt |
| 19.10.2024 | O-See Ultra Trail | 65 km | 9:18:55 h | 51. gesamt |
Belege: DUV-Statistik · ITRA-Profil
Die beiden Rennen von 2026 sind für mich die interessanten. In Marialinden bin ich 50 Kilometer in 6:06:16 gelaufen und habe meine Altersklasse gewonnen. Beim Losheimer Trailfest im Juni war es so heiß, dass die Strecke gekürzt wurde, und ich habe das erste Drittel bewusst konservativ angelegt, gegen jeden Drang loszupreschen. Bezahlt hat sich das spät: auf einem langen Anstieg gegen Ende konnte ich noch angreifen, während um mich herum Leute eingebrochen sind. Das ist exakt das Gegenstück zu O-See. Gleicher Drang, diesmal mit einem Plan, der vor dem Start feststand.
Was Psychologie im Coaching konkret bedeutet
Ich habe Psychologie studiert und Bachelor und Master jeweils als Jahrgangsbester abgeschlossen. Das ist für sich genommen nur eine Zeile im Lebenslauf. Interessant wird es an der Stelle, an der ich das Studium auf eine einzige Frage angewendet habe: Warum brechen ausgerechnet die Athleten ein, die am härtesten trainieren?
Im Coaching taucht die Antwort an drei konkreten Stellen auf. Erstens bei Entscheidungen unter Erschöpfung. Bei Kilometer 60 entscheidest du nachweislich schlechter als am Küchentisch, dein Zeithorizont schrumpft und alles, was sofort Erleichterung verspricht, gewinnt. Deshalb werden Pacing und Verpflegung bei mir vorher entschieden und aufgeschrieben, damit du unterwegs nicht wählen musst, sondern nur noch ausführen.
Zweitens beim mentalen Tief. Es kommt immer und ist ein planbarer Zustand mit einem Ablauf: Es kommt, es hat eine typische Länge, und es geht vorbei, wenn du in der Zwischenzeit die richtigen zwei, drei Dinge tust. Wer das vorher weiß und ein Krisenprotokoll in der Hosentasche hat, verliert dort nur ein paar Minuten statt das ganze Rennen.
Drittens bei dem, was zwischen den Rennen passiert. Konsistenz über acht Monate ist zum großen Teil ein psychologisches Problem. Warum du die Entlastungswoche nicht einhältst, warum sich Easy zu langsam anfühlt, warum eine ausgefallene Woche gern zu zwei wird: Das sind Muster, die man erkennen und verändern kann. Ich behandle deine Selbsteinschätzung dabei als echte Daten, gleichberechtigt neben Herzfrequenz und Pace, nicht als Bauchgefühl, das man wegdiskutiert.
Wie ich arbeite
Nach jedem dieser Einbrüche habe ich dasselbe gemacht: gelesen, gelernt, verstanden. Trainingswissenschaft, Physiologie, und daneben meine eigene Fachrichtung. Daraus ist ein System aus fünf Säulen geworden, und keine davon steht für sich.
- Training. Ein periodisierter Aufbau, gebaut um dein Rennen und deine Woche. Jede Einheit hat einen Zweck.
- Fueling. Deine Zahlen statt einer Faustformel: Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Natrium pro Stunde, im Training getestet, lange bevor sie im Rennen zählen.
- Datenanalyse. Deine Garmin-, Strava- und TrainingPeaks-Daten gelesen und in Entscheidungen übersetzt. Am Ende stehen nicht mehr Zahlen, sondern eine Anpassung.
- Raceday-Planung. Die Strecke in Abschnitte zerlegt, Verpflegung Punkt für Punkt, ein Krisenprotokoll. Vor dem Start entschieden, nicht bei Kilometer 60.
- Psychologie. Konkrete Strategien für mentale Tiefs und für Entscheidungen unter Erschöpfung, aus der Forschung statt aus einem Motivationsbuch.
Der Grund für genau diese fünf ist banal: Es sind die fünf Stellen, an denen ich selbst gerissen bin. Und sie hängen voneinander ab. Dein Fueling hängt an deinem Umfang, dein Pacing an deinen Zonen, dein Krisenprotokoll an dem, was du in den langen Einheiten über dich gelernt hast. Deshalb funktioniert Stückwerk nicht, Plan von hier, Ernährung von dort, Mentales irgendwann. Wie das in der Praxis abläuft, Woche für Woche bis über die Ziellinie, steht auf der Coaching-Seite. Das Grundmodell dahinter erkläre ich im Wissensbereich und die Umsetzung Schritt für Schritt im Ultra Guide.
Und jetzt zu dir
Die wichtigste Lektion war am Ende simpel. Such dir jemanden, der den Weg schon kennt, statt alles allein zu stemmen. Ich hatte diesen Jemand nicht und habe mir über Jahre des Scheiterns selbst beigebracht, was ein guter Coach mir in einem Bruchteil der Zeit hätte zeigen können. Diesen Umweg musst du nicht gehen. Wenn du da stehst, wo ich stand, viel Einsatz, ein großes Ziel und das Gefühl, dass dir die Struktur fehlt, um beides zusammenzubringen, dann bin ich genau der Coach, den ich damals gebraucht hätte.
